IPv6 im IRZ42

Wir bieten ihnen an, ihre in unserem Rechenzentrum in Hamburg gehosteten Server nicht mit mittels IPv4, sondern auch jetzt schon mittels IPv6 mit dem Internet zu verbinden.

Unsere Netzwerkinfrastruktur war bereits am 08.06.2011 – dem „IPv6-Tag“ – auf den neuen IP-Adressraum vorbereitet und hat die an diesem Tag durchgeführten Tests erfolgreich bestanden. Darauf aufbauend bieten wir Ihnen die Möglichkeit ihre in unserem Rechenzentrum gehosteten Dienste unter dem IPv6-Adressraum erreichbar zu machen.

Warum IPv6 und was bedeutet dies?

Wie Sie wahrscheinlich den Medien entnommen haben, ist der derzeit genutzte Bereich von IP-Adressen im derzeit genutzten IPv4-Format (z.B. „127.0.0.1“) begrenzt und bereits weitgehend vergeben. In diesem Adressraum sind „nur“ 4.294.967.296 IP-Adressen verfügbar.

Das neue Adressformat ermöglicht die Vergabe von ~ 340 Sextillionen (eine 1 mit 36 Nullen) IP-Adressen. Nur mit der Umstellung auf IPv6 ist es möglich, dass das Internet (resp. die Zahl der mit ihm in Verbindung gebrachten Server und Clients) weiterhin expandieren kann.

Für eine Umstellung von IPv4 auf IPv6 müssen zwei Bedingungen erfüllt sein:

  • Server und Client müssen IPv6 unterstützen. Moderne Betriebssysteme, wie Windows (ab Windows 2000), Linux (ab Kernel 2.6), MAC-OS (ab Version 10.3) und andere, unterstützen IPv6 bereits standardmäßig. Ältere Betriebssysteme können teilweise mittels separater Software nachgerüstet werden
  • Die Infrastruktur zwischen den beteiligten Kommunikationspartnern muss IPv6 unterstützen. Dies ist der Teil von dem unsere interne Infrastruktur (Router etc.) betroffen ist, welche vollständig IPv6-fähig ist. Außerdem müssen die Leitungsprovider ebenfalls IPv6 zur Verfügung stellen.

Derzeit ist es so, dass viele Zugangsprovider (DSL/ISDN/Mobile) noch kein IPv6 unterstützen, allerdings ist davon auszugehen, dass auch diese Netzbetreiber sehr zeitnah diese neue Adressierung implementieren und zur Verfügung stellen müssen. Auf den Webseiten von Telefonica (O2, Hansenet etc), Kabel Deutschland, Telekom und anderen wurde angekündigt im Jahr 2012 auch an den Zugängen für Endkunden das neue Internetprotokoll zur Verfügung zu stellen. Die Umrüstung der Zugangsprovider geht weiterhin leider nur schleppend voran.

Wann wird IPv4 abgeschaltet
Was bedeutet „Dual-Stack Betrieb“
Warum sollte ich IPv6 nutzen?

Irgendwann wird das IPv4 Protokoll sicherlich nicht mehr genutzt werden (müssen), aber ob dies noch zu unseren Lebzeiten geschieht? Da es technisch (aufgrund mehrerer Faktoren) schlicht unmöglich ist einen Stichtag für die Umstellung zu definieren, wird IPv4 noch sehr lange sowohl von Servern, als auch von Clients unterstützt werden. Dies geschieht durch den sogenannten „Dual-Stack Betrieb“, dass heißt dass der betreffende Rechner sowohl IPv4 als auch IPv6 unterstützt. Der Verbindungsaufbau läuft dann so ab, dass der die Verbindung aufbauende Rechner zuerst versucht eine IPv6-Verbindung aufzubauen (DNS-Abfrage und Verbindungsaufbau), sollte dies nicht erfolgreich sein wird die Verbindung herkömmlich mittels IPv4-Adressierung realisiert (Fallback auf das „alte“ Protokoll).

Allerdings wird es in Zukunft Clients und Server geben, die ausschließlich mittels IPv6 an der Kommunikation im Internet teilnehmen. Wenn die ersten deutschen Zugangsanbieter (endlich..) IPv6 anbieten, wird es wahrscheinlich sehr schnell gehen, dass Clients ausschließlich eine IPv6 IP-Adresse erhalten. Denn schon heute müssen Mobilprovider teilweise erheblichen Aufwand betreiben um an alle eingebuchten Mobiltelefone eine IP-Adresse zu vergeben.

Um sicherzustellen, dass ihre Server auch in Zukunft für alle potentiellen Kommunikationspartner erreichbar sind, sollten sie möglichst zeitnah ihre Server „fit für die Zukunft“ machen. IPv6 ist keine Technologie, die „irgendwann“ kommen wird (auch wenn der Ausbauzustand der Internetprovider dies derzeit vorgaukelt). IPv6 ist schon heute sehr verbreitet und wird nicht nur für Webserver, sondern für alle IP-basierenden Dienste (Mail, FTP etc. pp.) genutzt.

Was muss ich – als IRZ42-Kunde – tun um auf meinen Servern IPv6 zu nutzen

Da die Umstellung auch diverse administrative Tätigkeiten unsererseits erfordern, bitten wir Sie sich mit uns in Verbindung zu setzen, um die Implementierung von IPv6 auf ihren Servern abzusprechen und gemeinsam zu realisieren. Neben der reinen Unterstützung des IPv6-Standards auf den entsprechenden Servern, und Anpassungen z.B. der Webserver, müssen auch die Nameserver (DNS) und unsere Firewalls diesbezüglich konfiguriert werden.

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