Wieso 42?

Nun, im Jahr 1981 skizzierte der Fiction-Autor Douglas Adams eine uns noch fremde Zivilisation. Diese auf einem sehr weit entfernt liegenden Planeten lebende Kultur konstruierte einen Computer, der in nicht einmal 7,5 Millionen Erdenjahren die wahrlich herausragende Leistung vollbrachte, dem Sinn des Lebens auf die Spur zu kommen.
Deep Thought, so der Name des Rechners, ermittelte ein sensationelles Ergebnis, welches zum Credo unseres Unternehmens wurde.

Wir wünschen Ihnen vergnügliche Minuten beim Lesen des Auszugs aus dem bahnbrechenden Kultroman der 80er Jahre des 20sten Jahrhunderts: „Per Anhalter durch die Galaxis“:

[…] Selbstverständlich [gibt es] viele Probleme, die mit dem Leben zusammenhängen; von denen sind einige der bekanntesten:
Warum wird der Mensch geboren? Warum stirbt er? Und warum verbringt er so viel Zeit dazwischen mit dem Tragen von Digitaluhren?
Einer Rasse hyperintelligenter, pandimensionaler Wesen (…) hing es vor vielen Millionen Jahren zum Halse raus, sich ewig über den Sinn des Lebens rumzuzanken,…, so dass sie beschlossen, sich auf ihre vier Buchstaben zu setzen, um alle ihre Probleme ein für allemal zu lösen.

Zu diesem Zweck bauten sie sich einen kolossalen Supercomputer, der so wahnsinnig intelligent war, dass er, noch ehe seine Datenspeicher überhaupt miteinander verbunden waren, mit „Ich denke, also bin ich“ die ersten Kernsätze von sich gegeben hatte und schon dabei war, die Existenz des Schokoladenpuddings und der Einkommensteuer auseinander abzuleiten, bevor es jemandem gelang, ihn auszuschalten.

Der Rechner war so groß wie eine Kleinstadt.

Am Tage des großen Anknipsens kamen zwei dezent gekleidete Programmierer mit Aktentaschen und wurden ohne großes Aufhebens in ein Büro geführt.

Ihre Namen lauteten Lunkwill und Fook.

Einen Augenblick saßen die beiden in ehrfürchtigem Schweigen da, dann lehnte sich Lunkwill, nachdem er mit Fook still einen Blick gewechselt hatte, nach vorn und berührte eine kleine schwarze Platte.

Das allerfeinste Summen, das man sich denken kann, zeigte an, dass der gewaltige Computer nun voll betriebsbereit war. Nach einer kurzen Pause sprach er sie mit seiner Stimme, die kräftig, volltönend und tief war, an.

Er sagte: „Wie heißt die große Aufgabe, für die ich, Deep Thought, der zweitgrößte Computer im Universum von Zeit und Raum, erschaffen worden bin?“

„Wieso denn der zweitgrößte?“ bohrte Lunkwill nach. „Warum sagst du andauernd, du wärst der zweitgrößte?“

„Ihr wisst nichts von der Zeit, die kommen wird“, verkündete Deep Thought, „doch ich kann in meinen unzähligen Schaltkreisen die unendlichen Deltaströme künftiger Wahrscheinlichkeiten überblicken und sehen, dass eines Tages ein Computer kommen muss, dessen simpelsten Funktionsparameter zu berechnen ich nicht würdig bin, aber den zu entwerfen letztlich meine Bestimmung ist.“

Fook seufzte schwer und sah zu Lunkwill rüber.

Sie sahen sich beide achselzuckend an.
Fook fasste sich als erster.
„Oh, Computer Deep Thought“, sagte er, „die Aufgabe, die wir uns für dich ausgedacht haben, ist die: Wir möchten, dass du uns…“, er machte eine Pause,“ … die Antwort sagst!“

„Die Antwort?“ fragte Deep Thought. „Die Antwort worauf?“
„Auf das Leben!“ drängte Fook.
„Auf das Universum!“ sagte Lunkwill.
„Auf alles!“ sagten beide im Chor.
Deep Thought dachte eine Weile schweigend nach.
„Knifflig“, sagte er schließlich.
„Aber du schaffst es doch?“
„Es gibt eine Antwort?“ fragte Fook atemlos vor Aufregung.
„Eine einfache Antwort?“ setzte Lunkwill nach.
„Ja“, sagte Deep Thought. „Auf das Leben, das Universum, auf alles. Da gibt es eine Antwort drauf. Aber“, fügte er hinzu, „ich muss darüber nachdenken.“

Fook guckte ungeduldig auf seine Uhr.
„Wie lange etwa?“ fragte er.
„Siebeneinhalb Millionen Jahre“, sagte Deep Thought.
Lunkwill und Fook vermieden es, sich anzusehen. „Siebeneinhalb Millionen Jahre…!“ schrien sie im Chor.

[Siebeneinhalb Millionen Jahre später]

„Siebeneinhalb Millionen Jahre hat unser Geschlecht auf diesen großen und hoffnungsvollen Augenblick der Enthüllung der Wahrheit gewartet!“ rief der Oberjubler. „Den Tag der Antwort!“
Die hingerissene Menge brach in Hurras aus.
„Nie wieder“, schrie der Mann, „nie wieder werden wir morgens aufwachen und uns fragen ‚Wer bin ich?‘, ‚Was ist der Sinn meines Lebens?‘, ‚Macht es, kosmisch betrachtet, wirklich was aus, wenn ich nicht aufstehe und arbeiten gehe?‘. Denn heute werden wir endlich und ein für allemal die schlichte und einfache Antwort auf alle diese bohrenden kleinen Fragen des Lebens erhalten!“

Zwei schlicht gekleidete Männer [Luunquoal und Phouch] saßen ehrfurchtsvoll vor dem Terminal und warteten.

„Schsch!“, sagte Luunquoal mit einer leichten Handbewegung, „ich glaube, Deep Thought wird gleich sprechen.“

„Guten Morgen“, sagte Deep Thought endlich.
„Äh…Guten Morgen, oh Deep Thought“, sagte Luunquoal ängstlich, „hast du…ähm, das heißt“ … „Eine Antwort für euch?“ unterbrach ihn Deep Thought würdevoll.
„Ja. Die habe ich.“
Die beiden Männer zitterten vor froher Erwartung. Ihr Warten war nicht vergeblich gewesen.
„Es gibt tatsächlich eine?“ hauchte Phouch.
„Es gibt tatsächlich eine“, bestätigte Deep Thought.
„Auf alles? Auf die große Frage nach dem Leben, dem Universum und allem?“
„Ja.“
„Und bist du bereit, sie uns zu geben?“ drängte Luunquoal.
„Das bin ich.“
„Jetzt?“
„Jetzt“, sagte Deep Thought.
Beide Männer leckten sich ihre trockenen Lippen.
[…]
„Ja…!“
„…nach dem Leben, dem Universum und allem…“, sagte Deep Thought.
„Ja…!“
„…lautet…“, sagte Deep Thought und machte eine Pause.
„Ja…!!“
„…lautet…“
„Ja…!!!…???“
„Zweiundvierzig“, sagte Deep Thought mit unsagbarer Erhabenheit und Ruhe.


entnommen aus:
Adam, Douglas [1981]: „Per Anhalter durch die Galaxis“
Roger und Bernhard GmbH & Co.; Verlags KG
München: S. 151 ff.

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